29.10.2016

Ranchi // 25.10.16

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Vom 16.10. bis 23.10 sind wir vier Maher-Freiwillige mit Maher nach Ranchi gefahren, eine Stadt im Nordosten Indiens, Hauptstadt von Jharkhand, 1,5 Mio Einwohner, ca 1600 km von Pune entfernt.
Man sollte meinen, man könnte die Strecke per Zug leicht n 15-16 Stunden bewältigen, doch in Indien braucht man ohne Verspätung 32 Stunden dafür.
Maher hat für uns und einige Maher-Mitarbeiter die Tickets im Sleeper-Abteil gebucht, welches nach der "Holzklasse" das unterste und billigste Abteil ist, da man zwar Plätze reservieren kann, aber auch so mitfahren kann und die Abteile dementsprechend voll und teilweise stickig sind, da es eben keine Klimaanlage wie in den andern beiden Klassen gibt.
Auf der Hinfahrt lagen wir alle ziemlich auseinander, was im Nachhinein auch hätte schief gehen können, aber für mich trotzdem eine positive Erfahrung war, einfach weil ich es alleine geschafft hab. Tagsüber kann man problemlos zu zweit auf den Liegen sitzen, sich unterhalten, zusammen essen oder auch einfach aus dem Fenster schauen, denn gerade jetzt, gegen Ende der Regenzeit ist die Landschaft immer wunderschön und so grün und voller Leben. Da die offenen Fenster und Türen und generell das Zug fahren in Indien so neu und spannende waren, gingen die 32 Stunden auch wirklich schneller vorüber als gedacht.
In Ranchi angekommen sind wir erstmal zwei Stunden lang aus der Stadt mitten aufs Land gefahren, zu den neuen Maher-Häusern, zu deren Einweihung wir eben da sein sollten. Die Häuser waren mitten im Nirgendwo, umgeben von Reis- und Maisfeldern und ein paar Bäumen, das nächste Dorf und damit auch Haus war ca 1km entfernt.
Nach zwei Monaten in Pune habe ich die Stille und Einsamkeit dort wirklich genossen.
Die Einweihung der Häuser wurde natürlich groß gefeiert, mit Bühne, Musik und Tänzen und es war wirklich toll dabei so viele interessante Menschen kennen zu lernen, z.B. die Sponsorin eines Hauses oder andere Maher-Mitarbeiter und natürlich Sister Lucy.
Nach zwei Tagen Ruhe und Entspannung auf dem Land haben wir uns auch noch Ranchi ein bisschen angeschaut. Von einer 1,5 Mio Hauptstadt war nicht viel zu sehen, Ranchi ist vielmehr in riesiges Dorf, das aber durch die vielen grünen Reisfelder wirklich schön ist.
Wir waren in einem weiteren Haus von Maher mit wirklich sehr süßen Kindern, wurden spontan auf eine Hochzeit eingeladen, die noch am gleichen Tag gefeiert wurde und zu der wir leider nicht konnten, haben (entgegen meinen Willen) einen Zoo besucht, haben im dunkeln bei einer Familie Mais über dem Feuer gegrillt, einen Wasserfall besucht und waren auf dem Dach einer Maher-Mitarbeiterin, damit wir Ranchi von oben sehen konnten.
Am nächsten Tag sind wir noch weiter aufs Land gefahren, in kleine Dörfer, in denen glaube ich echt noch nie eine hellhäutige Person war. Wir haben ein paar Maher-Projekte besucht, wurden immer sehr herzlich empfangen, mit Blumen beworfen und zum Essen eingeladen.




Die Reise nach Ranchi war wirklich toll und vielseitig und hat mir mal wieder gezeigt warum ich ein Jahr nach Indien wollte.





Hier ist noch ein Bild einer Straße in Koreagon Park, die für Diwali, das Lichtfest in Indien geschmückt ist. Man sieht außerdem überall Kerzen, Öllampen und Lichterketten, die Pune in buntes Licht eintauchen.


Liebe Grüße & Happy Diwali !

02.10.2016

Monsun & Scooter fahren // 2.10.16

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Endlich kommt mal wieder ein Update von mir, doch jetzt wo langsam Alltag in die neue Situation kommt, finde ich teilweise gar keine Zeit mehr zum Schreiben.
In den letzten Tagen haben wir jedenfalls nochmal richtig den Monsun erlebt, da es seit circa einer Woche ununterbrochen regnet, manchmal auch so heftig, dass man nicht mal mehr für eine Minute vor die Tür gehen kann, ohne nass zu werden. Für uns bedeutet das überschwemmte Straßen, Wäsche, die nicht trocknet und gestern ist aus unserem Duschabfluss Wasser gekommen und hat unsere gesamtes Zimmer überschwemmt.
Langsam reicht der Regen echt, es soll aber nächste Woche endlich besser werden, da hier bald "Winter" anfängt.
In Sachen Verkehr passe ich mich mittlerweile komplett den Indern an. Bei Rikshas diskutiere und verhandele ich jetzt solange mit den Fahrern, bis ich entweder mit Mieter fahre oder weniger als den offiziellen Mieter-Preis zahle. Des Weiteren habe ich mir einen Scooter gemietet, für drei Monate zahle ich 4000 Rupies, also circa 60 Euro. Der Scooter ist seehr alt, springt meistens nur mit Kick-Start an, da die Batterie so schnell leer ist und ihm fehlt außerdem ein Spiegel und einige Lichter. Aber er fährt und mehr braucht man in Indien nicht.Obwohl ich erst seit einer Woche richtig damit fahre, habe ich mich so schnell an den Verkehr hier gewöhnt und hupe mindestens geauso oft wie die Inder.
Ansonsten gibt es nicht so viel neues zu berichten, letztes Wochenende war ich auf der Eco-Farm, auf der Luca und Jan untergebracht sind, zwei andere Freiwillige. Es war ganz gut mal aus der Großstadt raus zu kommen und nachts mal kein Verkehr zu hören. Dafür waren die Tiere aber mega laut, und ein paar hundert Meter von der Farm entfernt hat ein Mann laut mit Gitarre gesungen, also Ruhe findet man in Indien wirklich selten.
In zwei Wochen startet meine erste Reise, es geht in den Norden mit Maher und SIster Lucy. Ich bin schon sehr gespannt, aber frage mich echt, wie ich 32 Stunden Zugfahrt überstehen soll.

Liebe Grüße Marie

Schöne Aussicht auf der Farm

Treppe auf der Farm

Das Farmhaus

Streetart

Vortrommler der Ganpat-Parade

Ganpat mit Himanshu, einem Inder der Deutsch studiert
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