15.09.2016

Maher // 15.09.16

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Nach drei Wochen bei Maher will ich jetzt endlich von der Organisation und meinem Alltag da berichten.
Zuerst muss ich zugeben, dass ich in den ersten Tagen doch sehr überrascht oder vielleicht sogar schockiert war, wie arm die Verhältnisse in Maher mir anfangs vorkamen. Ich hatte erwartet, dass die Kinder ähnlich wie in einer Jugendherberge wohnen, also sich circa zu viert ein Zimmer teilen und zusammen in einem `Essenssaal` essen, in dem dann später gelernt wird.
Doch das Haus, in dem ich arbeite ist wirklich nicht größer als mein Haus, wenn man sich den Keller und das Dach wegdenkt. Es gibt zwei Stockwerke und ein begehbares Dach, mit Solaranlagen und Wassertanks, auf dem auch Wäsche getrocknet wird. Im ersten Stock wohnen die größeren Mädchen, das sind bei uns so circa 10 in einem Zimmer mit Bad. Das Zimmer ist relativ groß und wird deshalb nachmittags auch zum lernen oder für Tanzunterricht oder sonstige Veranstaltungen benutzt.
Im Erdgeschoss gibt es insgesamt ein größeres Zimmer und drei kleine, sowie eine Küche und ein kleines Bad. In dem größeren Zimmer schlafen die kleineren Kinder, es wird dort außerdem gegessen und mittags ist dort „study time“. Es dient praktisch als Allzweckzimmer und die meiste Zeit verbringe ich dort oder draußen. Das eine kleine Zimmer gehört den beiden Hausmüttern, ein weiteres ist zum schlafen für die Kinder und das letzte eine Art Abstellkammer.
Die dreißig Jungen und Mädchen teilen sich also drei Zimmer, die außerdem noch für alles andere genutzt werden. Es gibt auch keine Betten sondern Matten die Abends ausgerollt werden. Mittags schlafen die Kinder nur auf Strohmatten, ohne Decken oder Kissen.
Es gibt morgens meistens eine Art Grieß zu essen, mal süß aber meist herzhaft und mittags und abends eigentlich immer Reis, Dahl, irgendein Gemüse und Chappati.
Wenn ich das schreibe merke ich wieder, wie ich mich am Anfang gefühlt habe. Doch jetzt nach drei Wochen sind die Umstände einfach normal geworden und ich würde sie überhaupt nicht mehr als ärmlich beschreiben. Nicht, weil der Kontrast zu einer anderen Armut in Indien die Armut in Maher relativiert, sondern einfach weil es anders ist als in Deutschland. Anders, aber nicht ärmer oder schlechter.
Die Hausmütter werden von den Kindern Mami genannt und lieben jedes einzelne. Jedes Haus, oder fast ganz Maher ist eine große Familie und das merkt man. Die Kinder werden zwar sehr streng erzogen aber auch mit viel liebe, beides ist notwendig, nachdem was die meisten Kinder erlebt haben.
Ich kenne nicht viele Geschichten der Kinder, weil die meisten nicht gerne darüber reden, doch viele haben keine Eltern mehr oder nur noch ein Elternteil, das sich auf Grund von Geisteskrankheiten, Behinderungen oder Drogenabhängigkeit nicht mehr um das Kind kümmern kann.
Wenn man die Kinder so sieht, merkt man ihnen ihre schlimme Vergangenheit aber gar nicht an. Schon am ersten Tag wurde ich sehr herzlich willkommen geheißen und die Kinder hatten keine Berührungsängste oder waren schüchtern. Natürlich haben sie in den letzten Tagen mehr und mehr Vertrauen zu mir gefasst, doch es war von Anfang an ein gutes Verhältnis.
Auch die Hausmütter sind immer sehr nett zu mir, sie sprechen zwar kein Englisch aber sie kümmern sich immer fast zu gut um mich und ich muss meistens richtig darauf beharren mitzuhelfen.

Mein Tag sieht unter der Woche meistens so aus:
8:45 Uhr Aufstehen
9:30 Uhr Mit der Riksha nach Vadgon Sheri, bzw Maher fahren
10:00 Uhr Mit den kleinen Jungs Hausaufgaben machen und spülen
11:50 Uhr Die kleinen Jungs zur Schule bringen und kleine Kinder von der Schule abholen
12:30 Uhr Beim Mittagessen kochen helfen
13:00 Uhr Mittagessen
13:30 Uhr Spielen
14: 30 Uhr Die Kinder schlafen fast alle, ich manchmal auch, oder ich spiele mit denen die wach sind. Manchmal sortiere ich auch Gemüse oder Kräuter, wenn neue kommen.
15:30 Uhr Kinder von einer anderen Schule abholen
16:00 Uhr Study-Time, ich lerne mit den Kindern oder helfe bei Hausaufgaben
18:00 Uhr Prayer und Tea-Time und dann offiziell Feierabend, aber meistens bleib ich noch 15-20 Minuten länger und spiele noch kurz mit den Kindern.

Liebe Grüße Marie

04.09.2016

Mulshi Lake & Wasserfälle // 04.09.16

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Jetzt bin ich schon fast einen Monat in Indien und mittlerweile ist schon ein wenig Alltag in die Tage hier gekommen.
Da ich seit letzter Woche arbeite, habe ich jetzt auch jeden Tag 8-9 Stunden alle Hände voll zu tun, doch die Arbeit mit den Kindern macht viel Spaß und ich meistens abwechslungsreich und lustig.
Trotzdem ist das Wochenende echt nötig gewesen und wir sind heute zu einem See gefahren und haben Wasserfälle besucht, die wir hochgeklettert sind, bis wir irgendwann an einem größeren Wasserfall mit einem kleinen See angekommen sind, in dem man auch baden konnte. Es war einer der schönsten Orte an denen ich je war und die Tatsache, dass wir den Platz mehr oder weniger zufällig entdeckt haben, macht den Platz noch schöner.




Liebe Grüße Marie