23.08.2016

Erste Eindrücke // 15.08.16

Mein erster Eindruck von Indien war wohl die Autofahrt vom Flughafen in Mumbai nach Pune, der Stadt in der wir jetzt leben.
Wir wurden von drei größeren Autofahrern abgeholt, die uns nachts um zwei zu unseren Wohnungen bringen sollten und die Fahrt war für uns Deutsche alle der erste (positive) Kulturschock, da man in Indien nicht nur links fährt, sondern auch ohne jegliche Regeln. Unser Fahrer hat immer gehupt oder die Lichthupe betätigt, wenn er überholen wollte, manchmal war kein Platz zum überholen, dann hat er einfach länger gehupt und mit zwei Zentimetern Abstand überholt. Es gab mehrere scharfe Bremsungen pro Minute und obwohl wir alle ziemlich müde waren konnten wir die ersten zwei Stunden nicht an Schlaf denken. Außerdem haben wir draußen auch viel gesehen, da in Indien auch nachts noch viel auf den Straßen los ist.
Wir sind an mehreren kleinen Slums vorbei gefahren, bei denen man teilweise in die Hütten schauen konnte, in denen Kinder geschlafen haben.
Was mich auch geschockt hat, war ein Truck in dem hinten in der Ladefläche zwei Kinder auf Kartons geschlafen haben, während der Fahrt. Bei einer Vollbremsung wären die einfach raus gefallen.
Unser Fahrer war übrigens die ganze Zeit nicht angeschnallt.

Die ersten Tage haben wir meistens im High Spirits verbracht, das ist eine Art Bar, die an einen Biergarten erinnert und einer der Musikspots in Indien ist. Allerdings ist morgens nicht viel los und da Ilka, unsere Betreuerin den Besitzer kennt, durften wir morgens unsere Seminare dort abhalten.
Wir haben viel indisch gegessen und einen Einblick in die indische Küche erhalten.

Ein weiterer, wichtiger Punkt, der uns alle in der ersten Woche begeistert hat, ist Riksha fahren. Das sind kleine Taxen mit drei Rädern, die dich von A nach B bringen und praktisch nichts kosten. Von unserer Wohnung zum High Spirits zahlen wir meistens zwischen 20 und 50 Rupien, also meistens um die 50 cent. Dort hab ich auch das erste Mal verhandelt, was mir wirklich schwer fällt, weil der Aufpreis von 10 cent, den Rikshafahrer bei weißen Menschen verlangt für mich ja nicht viel ist, aber wenn wir anfangen, mehr zu zahlen, verlangen die Fahrer auch immer höhere Preise von den Einheimischen, die sich die 10 cent mehr eben nicht leisten können.

Zu unserer Wohnung könnte ich noch etwas schreiben. Wir wohnen im Koreagon Park, dem eher westlichen Viertel von Pune. Aber wenn ich schreibe „westlich“ meine ich immer noch 99% indisch, was heißt kein Bürgersteig, viele Straßenhunde, kleine Obststände, mehrere kleine Slums, Straßenkinder usw, es ist nur weniger los als zum Beispiel in Camp, einem anderen Viertel.
Unsere Wohnung ist für Indien schon ziemlich groß, wir haben zwei Schlafzimmer für vier Leute, eine offene Küche mit Wohnzimmer, zwei kleine Bäder und ein Balkon.
Teilweise gibt es keine richtigen Fenster sondern nur Fliegengitter oder Balken, zum Beispiel im Bad und im Wohnzimmer. Außerdem gibt es in fast jedem Zimmer Ventilatoren, da es sonst schon sehr warm und schwül wäre, vor allem während der Regenzeit, die wir im Moment haben.

Mit der Arbeit fange ich erst in der zweiten Woche an, da meine Organisation Maher lieber erst alle Anmeldungen und Registrierungen haben möchte, was heißt, dass mich in den nächsten Tagen noch viel Papierkram erwartet.
Da wir noch kein Wlan haben, wird dieser Text wahrscheinlich erst in einer Woche veröffentlicht, heute ist der 15.8., nur zur Einordnung.

Liebe Grüße
Marie

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