30.04.2017

UPDATE 30.4.

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Leider habe ich in den letzten Wochen nicht die Zeit gefunden einen neuen Eintrag zu verfassen. Gerade rennt mir die Zeit davon und ich hab gar nicht richtig mitbekommen wie lange mein letzter Eintrag tatsächlich schon her ist.
Meine Familie hat mich mittlerweile schon besucht und wir hatten eine schöne Reise nach Kerala. Für die letzten Monate sind viele Wochenendausflüge geplant und noch eine größere Reise in den Nordosten Indiens.

Bei Maher läuft alles nach wie vor gut, gerade haben die Kinder Schulferien, die insgesamt circa zwei Monate lang sind, weshalb viele Kinder gerade ihre Familienangehörige besuchen oder ihre Mütter besuchen, die sich auch in einer Maher-Einrichtung befinden.
Einige Kinder, die weder Geschwister noch Eltern oder andere Angehörige haben sind trotzdem noch da und ich versuche denen möglichst gut ein Gefühl von Ferien und Urlaub zu vermitteln. Es ist natürlich schwer für die Kinder, da bleiben zu müssen, während der Rest nach und nach abgeholt wird, aber durch viele Süßigkeiten und Handy-Spiele haben sie trotzdem eine ganz angenehme Zeit hoffe ich. Abwechslung ist trotzdem wichtig, manchmal malen wir oder wir basteln, diese Woche zum Beispiel Muschel-Ketten und lauter Sachen, die den Kindern Spaß machen.
Auch von Maher aus wird manchmal Programm geboten, wir sind circa jeden zweiten Abend auf dem Spielplatz in der Nähe und einmal die Woche gibt es eintweder für die älteren Mädchen oder die Kinder Sportprogramm, das heißt Fußball oder Cricket.
Jetzt noch ein paar Bildern von den Kids :

Zahnputzprojekt, habe ich vor circa 3 Monaten begonnen



Der kleine Gabir, auch bekannt als 'King of Maher'

Die Jungs posen fürs Bild


Spielplatz




Ganz stolz auf ihr Musch-Uno-Kunstwerk

27.01.2017

Rajasthan // 27.01.17

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Vor circa zwei Wochen habe ich mich am Morgen des 14.01. auf den Weg nach Mumbai gemacht, um dort mit dem Flieger nach Udaipur zu kommen. In Udaipur habe ich Laura (meine Freundin aus Deutschland) und Louisa (eine andere Freiwillige aus Pune) getroffen, die dort zufälligerweise gemeinsam ihr Zwischenseminar hatten, weshalb wir beschlossen haben die Situation zu nutzen und erst zu dritt und dann zu zweit weiter in Rajasthan zu reisen.

In Udaipur hatten wir ein wunderschönes kleines Guesthouse, das zentral nahe an vielen Sehenswürdigkeiten lag. Da ich am Samstag erst gegen Abend ankam, haben wir den Abend damit verbracht in die kleinen Läden zu gucken, einen Tempel zu besuchen und in einem der vielen Rooftop-Restaurants zu essen.
Am nächsten Tag sind wir auf einen Berg gefahren um dort einen Palast zu besuchen, welcher im endeffekt gar nicht spektakuär gewesen wäre, wenn man nicht einen wunderschönen Ausblick über die Stadt und die Berge im Hintergrund gehabt hätte. Am Nachmittag sind wir einfach noch ein bisschen am Ufer der Seen entlang gelaufen und haben die kleinen Gässchen erkundet, bis wir irgendwann von einem "Local" zum Chai eingeladen wurden. Auf dem Dach seines kleinen Häusschen haben wir dann denn Sonnenuntergang angeschaut und haben uns danach noch ein bisschen von unserem Gastgeben herumführen lassen.
Am 16., dem letzten Tag in Udaipur haben wir noch eine Bootstour gemacht und sind dann mit dem Bus weiter nach Jodhpur.



Spätabends in Jodhpur angekommen, wurden wir in dem Freiwilligenhaus, in dem Laura dort wohnt erstmal von einer Hochzeit empfangen. Obwohl wir wirklich müde von der Reise usw waren, mussten wir also doch noch ein bisschen indisch tanzen und Erdnüsse essen (in Jodhpur gibts die besten).
Am nächsten Morgen hat und Laura ein bisschen durch die Straßen, dem besten Streetfood-Stand und zu ihren Lieblingsläden gefüht, außerdem haben wir auf einem Rooftop-Restaurant gefrühstückt und da den Ausblick auf das wunderschöne Meheranghar-Fort genossen, welches wir am späten Nachmittag auch besucht haben, um da außerdem den Sonnenentergang anzuschauen. Abends ging es dann natürlich wieder auf die Hochzeit (denn indische Hochzeit dauern mehrere Tage lang).
Am letzten Tag in Jodhour haben wir morgens die blaue Stadt besichtigt. Die Häuser sind angeblich blau angemalt um Insekten abzuwehren, aber ich bin unsicher ob das wirklich was bringt.
Mittags habe ich Lauras Organisation und ihre Mädchen, mit denen sie arbeitet besucht und abends haben sind wir noch zum Jodhpur Palace gefahren, der von weitem ein bisschen wie das Taj Mahal aussah aber eigentlich ziemlich unspektakulär war.


+





Am 19. sind Louisa und ich (ohne Laura, die musste wieder arbeiten) mit dem Bus nach Osian, eine Stadt circa eine Stunde von Jodhpur entfernt und außerdem direkt an der Wüste. In Osian sind wir nur eine Nacht geblieben, um die Kamel-Wüsten-Tour zu machen, die unser Guesthouse-Besitzer für uns arrangiert hat. Mit zwei Kamelen sind wir dann drei Stunden lang in die Wüste geritten und haben viel dabei gesehen, angefangen bei wirklichen Sanddünen bis hin zu so genannten "Milkcows", das sind Tiere mit dem Kopf eines Pferdes und dem Körper einer Kuh (oder andersrum?).
Nach drei Stunden sind wir bei einem sehr kleinen Dorf angekommen, maximal vier Familien haben dort gewohnt. In einer der Hütten haben wir der Frau dann beim Kochen zugeschaut und dann mit der Familie gegessen. Nach dem Abendessen wurde uns draußen ein Lager vorbereitet und so sind wir unter dem Sternenhimmel mit Lagerfeuer eingeschlafen. Kein Sternenhimmel ist vergleichbar mit dem in der Wüste. Am nächsten Morgen ging es dann zurück und mit dem Zug weiter nach Jaipur und damit unserem letzten Stopp.





In Jaipur haben wir über AirBnB bei einer Familie gewohnt, was sehr praktisch war weil diese uns geraten hat für den einen Tag, den wir in Jaipur verbracht haben, eine Rikshaw zu mieten um alle Sehenswürdigkeiten abzuklappern (hat 600 Rupies, also ca. 8 Euro gekostet).
Zuerst sind wir in den City-Palace (nach dem Fort in Jodhpur nicht so beeindruckend aber interessant), dann in das Observatorium (sehr interessant, vor allem weil man mit den Geräten dort vor Jahrhunderten Planetenstellungen usw gelesen hat), weiter ging es zu einem kleinen Restaurant, das der Rikshaw-Fahrer uns empfohlen hatte, nur um dann gestärkt zum Amber-Fort zu fahren. Beeindruckend war hier vor allem die riesige Stadtmauer die sich durch die bergige Landsschaft geschlängelt hat. Nach einer kleinen Fortbesichtigung sind wir auf dem Berg gegenüber die Stadtmauer entlang hochgeklettert und hatten oben eine wunderschöne Aussicht, auf der einen Seite die Stadt, auf der anderen Seite das Fort. Danach haben wir noch das Memorial der Königsfamilie angeschaut, wo es überraschend ruhig und irgendwie spirituell war und weitere kleine Gebäude von außen gesehen und sind dann abends zu einem anderen Guesthouse um dort die Reise mit sehr leckerem Veg-Thali ausklingen zu lassen (Verg-Thali ist Roti, Reis, Dahl und mehrere Gemüsearten).





Rajasthan ist definitiv einer der schönsten Orte, an denen ich bisher war. Mich hat nicht nur die Landschaft fasziniert, sondern vor allem die vielen Forts und Paläste, die auf praktisch jedem Berg (und es gibt wirklich viele Berge in Rajasthan), aber auch mitten in der Stadt zu finden sind.
Zwar ist Rajasthan schon touristischer als zum Beispiel Pune, aber irgendwie finde ich wird die Landschaft dort wirklich unterschätzt, weil man bei Rajasthan, bzw generell Indien eher an die hektischen Städte denkt und nicht an die friedlichen und verlassenen Berge mit wunderschönen Forts und einer wirklich beeindruckenden Aussicht über Landschaft und Stadtleben, was irgendwie die vielen Kontraste in Indien gut widerspiegelt.

Liebe Grüße Marie

04.01.2017

Weihnachten & Silvester // 4.1.17

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Das neue Jahr hat jetzt schon ein paar Tage lang angefangen und ich hab gerade bemerkt, dass ich immer noch nicht von Weihnachten und Silvester geschrieben hab.
Weihnachten wird in Indien bei Weitem nicht so groß gefeiert wie in Deutschland, was vor allem daran liegt, dass es einfach viel weniger Christen im Verhältnis gibt. Trotzdem hing an einigen Türen Weihnachtsschmuck oder es lief Weihnachtsmusik im Supermarkt, das hat allerdings nichts daran geändert, dass ich überhaupt nicht in Weihnachtsstimmung war.
Den 24. habe ich mit meinen Mitfreiwilligen verbracht, wir haben mittags Kuchen geholt und Spekulatius usw. von zuhause gegessen. Außerdem haben die Jungs von der Farm einen 2D- Weihnachtsbaum aus Bambus gebaut, den wir schmückten, damit es zumindest weihnachtlich aussah.
Abends sind wir zu „Malaka Spice“, dem wohl besten Restaurant der Stadt, bei dem man für 10 Euro ein 3-gänge Menü bestellen kann, Essen in Indien ist eben einfach günstig und lecker.
Nach dem Essen ging es auf einen Weihnachtsball, mit weihnachtlicher Musik und Deko usw., was wieder sehr schön aber trotzdem nicht weihnachtlich war.
Am Tag darauf war die Weihnachts-Maherfeier, die in Watslyadam statt fand. Es wurde wieder eine große Bühne und Boxen aufgestellt und alle Kinder und Hausmütter und Frauen und Männer haben nicht versammelt um Tänze vorzuführen oder zu singen. Da wir das alles schon von anderen Festen kennen (Sister Lucys Geburtstag, Diwali, Sportfest usw.), war es für uns eher langweilig, da die Tänze immer von langen Marathi reden unterbrochen werden, von denen ich gar nichts verstehe.
Am Ende haben die Kinder Geschenke bekommen, Seife, Handtuch und Shampoo.

Silvester wird in Indien auch nicht so sehr gefeiert wie in Deutschland. Es ist unter wohlhabenden Leuten üblich, sich über den Jahreswechsel in Farmhäuser außerhalb der Stadt zurück zu ziehen und dort mit Freunden und Familie zu feiern. Ein indischer Freund von uns hatte das für uns organisiert und wir sind gerne mitgekommen. Nach einer Stunde Fahrt raus aus Pune sind wir aber nicht an einem Farmhaus angekommen, sondern eher einer riesigen Villa mit einer wunderschönen Aussicht über Pune.
Wir haben zusammen gegrillt (Tofu, Gemüse, Paneer und Chicken) und später ein bisschen gefeiert. Es gab sogar Feuerwerk aber bei Weitem nicht so viel wie in Deutschland.
Die Maher-Kids durften zu Silvester alle zusammen ins Kino und außerdem lange wach bleiben. In den ersten Tagen des neuen Jahres kamen außerdem viele Gäste, die Essen von außerhalb mitgebracht haben.

Ich hoffe alle hatten schöne Feiertage und sind

12.12.2016

Neues von Maher & NH7 // 10.12.

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So, endlich komme ich dazu mal wieder von mir hören zu lassen, was die letzten Wochen schwierig war, da wir seit langer Zeit kein Wlan mehr haben.
Wie auch immer, in Deutschland ist jetzt sicher schon alles weihnachtlich geschmückt, während wir hier in Indien tagsüber immer noch um die 30° haben, mit blauem Himmel und strahlender Sonne.
Das hielt uns letztes Wochenende allerdings nicht davon ab einen Weihnachtsmarkt zu besuchen, der auf dem Gelände des Goethe-Institutes in Pune veranstaltet wurde. Der Markt war wirklich schön und es gab gutes Essen, in weihnachtliche Stimmung hat er mich aber nicht gebracht. Gebrannte Mandeln, geschmückte Tannenbäume und dicke Jacken haben irgendwie gefehlt.
Als Ausgleich habe ich diese Woche angefangen mit den Kindern Weihnachtsbäume zu bastelt, die wir dann in meinem Maher-Haus als Girlande aufhängen.
Am Wochenende war außerdem ein großes Festival in Pune, namens NH7 oder Weekender, zu dem sogar Freiwillige wieder gekommen sind, die ihr FSJ vor 2 Jahren gemacht haben.
Es haben auch viele nicht-indische Bands gespielt, aber die Inder sind vor allem bei den indischen Liedern komplett ausgerastet und es gibt wirklich wenig lustigeres als ein paar Tausend tanzende Inder.

Bei Maher läuft ansonsten alles wie immer, ich hab mich dort richtig eingelebt und lerne die Kinder immer besser kennen. Gemerkt habe ich auch, dass die Kids immer mehr Vertrauen zu mir fassen und bei Problemen in der Schule oder untereinander manchmal sogar zu mir kommen.
Während der Study-Time am Nachmittag kann ich auch besser und intensiver helfen als vorher, da ich mich jetzt auch an die indische Lernweise ( = ein Wort schreiben, eine Minute nichts tun...) gewöhnt habe und außerdem weiß, auf welchem Lernstand welches Kind ist.

Es ist wirklich Alltag und Routine eingekehrt, was nach vielen Wochen, in denen ständig Neues passiert ist auch mal angenehm ist. Natürlich passiert immer noch genug, dieses Wochenende ist zum Beispiel ein 4-tägigiges Sportscamp bei Maher, dann kommt Weihnachten, dann Silvester usw. und ich freue mich wirklich, die ganzen Feiertage in Indien zu erleben.

Liebe Grüße Marie

+
Weekender / NH7
Meine Maher Kids

Mungus

Yash (wie immer am UNO spielen)

09.11.2016

Diwali, Goa & Ranchi // 9.11.16

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Diwali
Am 30.10. wurden wir von Sister Lucy eingeladen, das indische Lichterfest Diwali mit Maher zu feiern. Da wir (3 Mitfreiwillige und ich) am gleichen Abend noch mit dem "Nightbus" nach Goa fahren wollten, haben wir beschlossen mit dem Scooter zur Hauptzentrale von Maher zu fahren, um flexibel zu sein. Sister Lucy ist mit den Kindern aus Pune zu verschiedenen Maher-Häusern in der Nähe gefahren, um dort immer eine kleiner Zeremonie abzuhalten, da sich wirklich immer alle Kinder, Frauen und Männer freuen, wenn sie kommt.
Zuerst waren wir im Office, dann im Männerhaus, dann Vatsalyadham und dann Vadu, die Hauptzentrale. Die Zeremonien waren fast überall gleich, viele Lichter haben geleuchtet, es wurde gesungen und ein Licht wurde drei mal in der Luft gekreist. In Vadu begonn dann die besondere Zeremonie, hier haben alle Kinder ein kleines Licht in die Hand bekommen, und wurden in einer Reihe aufgestellt. Es war schon dunkel und so haben wir eine Lichterreihe gebildet und sind so in den großen Saal gelaufen, dann wurden die Lichter in einem Muster auf eine Sandmalerei gestellt. Dann wurde gesungen und danach richtig viel indisch getanzt. Inder tanzen wirklich wie Verrückte mit vollem Körpereinsatz.



Goa 
Nach Vadu ging es dann mit dem Scooter zur Busstation, während um uns herum überall Feuerwerk losging, da Diwali ja wie gesagt das Fest der Lichter ist.
Sleeperbus ist wirklich sehr bewquem, man liegt gemütlich zu zweit auf einer Matratze, kann einen Vorhang zu ziehen und einfach durchschlafen, bis man am nächsten Tag in Goa ankommt.
Zuerst sind wir in den Süden gezogen und haben ein Häuschen am Agonda-Beach für zwei nächte gebucht. Es war direkt am Strand, sehr gemütlich und nachts konnte man die Wellen rauschen hören. Die Landschadft war traumhaft und es war am Strand nie viel los, sodass man auch im Meer schwimmen konnte und sich bräunen konnte. Mit dem Scooter sind wir auch noch zum Palolem-Beach gefahren, etwas touristischer aber immer noch wunderschön und friedlich. Wir haben Delfine gesehen, eine Bootstour gemacht, Muscheln gesammelt und einfach die Sonne genossen.
Nach zwei Nächten ging es dann in den Norden, der eher für Partys usw bekannt ist, dort hat es uns aber nicht so gefallen, weil es wirklich sehr touristisch war und die Kluft zwischen EInheimischen und Touristen zu krass für uns war.








Hampi

Nach Goa sind wir noch zwei Tage nach Hampi gefahren und dort hat uns die Landschaft dann echt nochmal beeindruckt, da wir sowas noch nie gesehen haben, weder in echt noch auf Bildern irgandwo. Hampi ist auf jeden Fall einen Besuch wert, überall sind Felse und Felsberge, dann gibt es einen Damm, an dem Wasser aufgestaut wird, wodurch sich ein See bildet und immer wieder stehen auf Aussichtsplätzen kleine Tempel, auf denen Affen und Streifenhörnchen leben. Auch hier ist ein Scooter die beste Möglichkeit, möglichst viel zu sehen.






Jetzt geht es erstmal wieder in den Arbeitsalltag, aber ich freu mich auf die Kinder.

Liebe Grüße Marie

29.10.2016

Ranchi // 25.10.16

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Vom 16.10. bis 23.10 sind wir vier Maher-Freiwillige mit Maher nach Ranchi gefahren, eine Stadt im Nordosten Indiens, Hauptstadt von Jharkhand, 1,5 Mio Einwohner, ca 1600 km von Pune entfernt.
Man sollte meinen, man könnte die Strecke per Zug leicht n 15-16 Stunden bewältigen, doch in Indien braucht man ohne Verspätung 32 Stunden dafür.
Maher hat für uns und einige Maher-Mitarbeiter die Tickets im Sleeper-Abteil gebucht, welches nach der "Holzklasse" das unterste und billigste Abteil ist, da man zwar Plätze reservieren kann, aber auch so mitfahren kann und die Abteile dementsprechend voll und teilweise stickig sind, da es eben keine Klimaanlage wie in den andern beiden Klassen gibt.
Auf der Hinfahrt lagen wir alle ziemlich auseinander, was im Nachhinein auch hätte schief gehen können, aber für mich trotzdem eine positive Erfahrung war, einfach weil ich es alleine geschafft hab. Tagsüber kann man problemlos zu zweit auf den Liegen sitzen, sich unterhalten, zusammen essen oder auch einfach aus dem Fenster schauen, denn gerade jetzt, gegen Ende der Regenzeit ist die Landschaft immer wunderschön und so grün und voller Leben. Da die offenen Fenster und Türen und generell das Zug fahren in Indien so neu und spannende waren, gingen die 32 Stunden auch wirklich schneller vorüber als gedacht.
In Ranchi angekommen sind wir erstmal zwei Stunden lang aus der Stadt mitten aufs Land gefahren, zu den neuen Maher-Häusern, zu deren Einweihung wir eben da sein sollten. Die Häuser waren mitten im Nirgendwo, umgeben von Reis- und Maisfeldern und ein paar Bäumen, das nächste Dorf und damit auch Haus war ca 1km entfernt.
Nach zwei Monaten in Pune habe ich die Stille und Einsamkeit dort wirklich genossen.
Die Einweihung der Häuser wurde natürlich groß gefeiert, mit Bühne, Musik und Tänzen und es war wirklich toll dabei so viele interessante Menschen kennen zu lernen, z.B. die Sponsorin eines Hauses oder andere Maher-Mitarbeiter und natürlich Sister Lucy.
Nach zwei Tagen Ruhe und Entspannung auf dem Land haben wir uns auch noch Ranchi ein bisschen angeschaut. Von einer 1,5 Mio Hauptstadt war nicht viel zu sehen, Ranchi ist vielmehr in riesiges Dorf, das aber durch die vielen grünen Reisfelder wirklich schön ist.
Wir waren in einem weiteren Haus von Maher mit wirklich sehr süßen Kindern, wurden spontan auf eine Hochzeit eingeladen, die noch am gleichen Tag gefeiert wurde und zu der wir leider nicht konnten, haben (entgegen meinen Willen) einen Zoo besucht, haben im dunkeln bei einer Familie Mais über dem Feuer gegrillt, einen Wasserfall besucht und waren auf dem Dach einer Maher-Mitarbeiterin, damit wir Ranchi von oben sehen konnten.
Am nächsten Tag sind wir noch weiter aufs Land gefahren, in kleine Dörfer, in denen glaube ich echt noch nie eine hellhäutige Person war. Wir haben ein paar Maher-Projekte besucht, wurden immer sehr herzlich empfangen, mit Blumen beworfen und zum Essen eingeladen.




Die Reise nach Ranchi war wirklich toll und vielseitig und hat mir mal wieder gezeigt warum ich ein Jahr nach Indien wollte.





Hier ist noch ein Bild einer Straße in Koreagon Park, die für Diwali, das Lichtfest in Indien geschmückt ist. Man sieht außerdem überall Kerzen, Öllampen und Lichterketten, die Pune in buntes Licht eintauchen.


Liebe Grüße & Happy Diwali !

02.10.2016

Monsun & Scooter fahren // 2.10.16

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Endlich kommt mal wieder ein Update von mir, doch jetzt wo langsam Alltag in die neue Situation kommt, finde ich teilweise gar keine Zeit mehr zum Schreiben.
In den letzten Tagen haben wir jedenfalls nochmal richtig den Monsun erlebt, da es seit circa einer Woche ununterbrochen regnet, manchmal auch so heftig, dass man nicht mal mehr für eine Minute vor die Tür gehen kann, ohne nass zu werden. Für uns bedeutet das überschwemmte Straßen, Wäsche, die nicht trocknet und gestern ist aus unserem Duschabfluss Wasser gekommen und hat unsere gesamtes Zimmer überschwemmt.
Langsam reicht der Regen echt, es soll aber nächste Woche endlich besser werden, da hier bald "Winter" anfängt.
In Sachen Verkehr passe ich mich mittlerweile komplett den Indern an. Bei Rikshas diskutiere und verhandele ich jetzt solange mit den Fahrern, bis ich entweder mit Mieter fahre oder weniger als den offiziellen Mieter-Preis zahle. Des Weiteren habe ich mir einen Scooter gemietet, für drei Monate zahle ich 4000 Rupies, also circa 60 Euro. Der Scooter ist seehr alt, springt meistens nur mit Kick-Start an, da die Batterie so schnell leer ist und ihm fehlt außerdem ein Spiegel und einige Lichter. Aber er fährt und mehr braucht man in Indien nicht.Obwohl ich erst seit einer Woche richtig damit fahre, habe ich mich so schnell an den Verkehr hier gewöhnt und hupe mindestens geauso oft wie die Inder.
Ansonsten gibt es nicht so viel neues zu berichten, letztes Wochenende war ich auf der Eco-Farm, auf der Luca und Jan untergebracht sind, zwei andere Freiwillige. Es war ganz gut mal aus der Großstadt raus zu kommen und nachts mal kein Verkehr zu hören. Dafür waren die Tiere aber mega laut, und ein paar hundert Meter von der Farm entfernt hat ein Mann laut mit Gitarre gesungen, also Ruhe findet man in Indien wirklich selten.
In zwei Wochen startet meine erste Reise, es geht in den Norden mit Maher und SIster Lucy. Ich bin schon sehr gespannt, aber frage mich echt, wie ich 32 Stunden Zugfahrt überstehen soll.

Liebe Grüße Marie

Schöne Aussicht auf der Farm

Treppe auf der Farm

Das Farmhaus

Streetart

Vortrommler der Ganpat-Parade

Ganpat mit Himanshu, einem Inder der Deutsch studiert
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